Luft-Wasser-Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Außeneinheit der Wärmepumpe steht im Garten neben dem Gebäude und verdeutlicht die Kombination aus erneuerbarer Stromerzeugung und klimafreundlicher Heiztechnik.

Wärmepumpe rechnet sich

Steigende Heizölpreise machen den Umstieg auf eine Wärmepumpe attraktiver denn je

Die Preise für Heizöl haben in den vergangenen Monaten deutlich angezogen. Regional werden mittlerweile bis zu 1,80 Euro pro Liter und teilweise sogar noch höhere Preise aufgerufen. Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer stellt sich daher die Frage, ob der Zeitpunkt für den Wechsel auf eine moderne Wärmepumpe gekommen ist. Die Antwort lautet in vielen Fällen: Ja.

Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und wandeln diese mit Hilfe von Strom in Heizwärme um. Wie effizient dies geschieht, zeigt die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom nutzbar macht.

Unter besonders günstigen Bedingungen können sehr effiziente Anlagen eine Jahresarbeitszahl von bis zu 6,1 erreichen. Das bedeutet: Mit einer Kilowattstunde Strom stellen sie im Jahresdurchschnitt mehr als sechs Kilowattstunden Wärme bereit. Dafür müssen Wärmepumpe und Gebäude sehr gut aufeinander abgestimmt sein, etwa durch niedrige Vorlauftemperaturen und eine passende Auslegung der Anlage.

Doch auch deutlich niedrigere Jahresarbeitszahlen können sich wirtschaftlich lohnen. Gerade bei den aktuell hohen Heizölpreisen muss eine Wärmepumpe keine Spitzenwerte erzielen, um Heizkosten einzusparen. Bereits Anlagen mit Jahresarbeitszahlen zwischen 3 und 4 arbeiten häufig günstiger als eine Ölheizung.

Der folgende Vergleich betrachtet nur die laufenden Energiekosten. Anschaffung, Förderung, Wartung sowie mögliche Kosten für Umbauten am Gebäude oder am Heizsystem sind darin nicht enthalten.

Grafik zum Kostenvergleich von Ölheizung und Wärmepumpe: Bei einem Heizölpreis von bis zu 1,80 Euro pro Liter liegen die Wärmekosten einer Ölheizung bei etwa 20 bis 21 Cent pro Kilowattstunde Wärme. Eine Wärmepumpe erreicht je nach Effizienz Wärmekosten von etwa 5 bis 12 Cent pro Kilowattstunde.

Ein Liter Heizöl enthält rund 10 Kilowattstunden Energie. Bei einem Preis von 1,80 Euro je Liter entspricht das zunächst 18 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings kann eine Ölheizung nicht die gesamte Energie als Wärme im Gebäude nutzen: Bei einem typischen Kesselwirkungsgrad von 85 bis 90 Prozent gehen etwa 10 bis 15 Prozent durch den Schornstein verloren. Dadurch kostet eine tatsächlich nutzbare Kilowattstunde Wärme rund 20 bis 21 Cent.

Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3 erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde ergeben sich damit Wärmekosten von nur etwa 10 Cent pro Kilowattstunde. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4 sinken die Kosten auf rund 7,5 Cent, bei einer Jahresarbeitszahl von 6,1 sogar auf knapp 5 Cent pro Kilowattstunde Wärme.

Selbst Wärmepumpen, die im Gebäudebestand keine Spitzenwerte erreichen und lediglich eine Jahresarbeitszahl von 2,5 bis 3 erzielen, arbeiten bei den aktuellen Heizölpreisen dadurch deutlich günstiger als eine Ölheizung. Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe hängt deshalb nicht von Rekordwerten ab. Hohe Effizienz verbessert die Einsparung zwar zusätzlich, doch bereits durchschnittliche Anlagen können die Heizkosten spürbar senken.

Neben den finanziellen Aspekten profitieren Eigentümerinnen und Eigentümer von einer höheren Versorgungssicherheit und einer langfristig klimafreundlichen Heiztechnik. Zudem können Wärmepumpen in vielen Bestandsgebäuden eingesetzt werden. Eine gute Planung und die richtige Dimensionierung sind dabei entscheidend für einen effizienten Betrieb.

Fazit: Die Wärmepumpe muss keine Rekordwerte erreichen, um wirtschaftlich zu sein. Zwar zeigen Jahresarbeitszahlen von bis zu 6,1 eindrucksvoll das Potenzial der Technologie, doch bereits deutlich niedrigere Werte können bei Heizölpreisen von 1,80 Euro pro Liter und mehr attraktive Einsparungen ermöglichen. Eine sorgfältige Planung, die richtige Dimensionierung und möglichst niedrige Vorlauftemperaturen können die Effizienz zusätzlich verbessern und auch ohne Fußbodenheizung höhere Jahresarbeitszahlen ermöglichen. Wer vor einer Heizungserneuerung steht, sollte den Einbau einer Wärmepumpe deshalb in jedem Fall prüfen.

Infoblock: Der Umstieg auf eine Wärmepumpe wird derzeit attraktiv mit bis zu 80 Prozent gefördert. Die Förderung setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Die Grundförderung wird durch einen Klimageschwindigkeitsbonus und einen einkommensabhängigen Bonus ergänzt. Die Energieagentur Kreis Konstanz berät Sie dabei gerne zur Förderung und zum effizienten Betrieb von Wärmepumpen.